Über den Wolken – DM Feldbogen in Mittenwald

Auf knapp 2.000 Höhenmeter fand am Wochenende des 27. und 28. Juli die Deutsche Meisterschaft im Feldbogenschießen in Mittenwald statt. Auf einem der anspruchsvollsten Parcours lieferte E.-J. Grießmeier vom SV „Edelweiß 1922“ Neuendettelsau e. V. eine hervorragende Performance ab. In den „World Archery“ Meisterschaften/olympische Disziplin konnte er in den letzten Jahren bereits sehenswerte Erfolge verbuchen. Für die Sommersaison 2019 stellte er sich einer neuen Herausforderung und schaffte es auf Anhieb bis zur Deutschen Meisterschaft und dort auf den 6. Platz. – Interview mit Elias-Jannis Grießmeier

Elias-Jannis Grießmeier auf dem 6. Platz (Foto: privat)

Wie bist Du überhaupt zum Bogenschießen gekommen?
Elias: Als ich mich für den Schießsport interessiert habe – da war ich acht – war ich für Luftgewehr noch zu jung und dachte, ich geh halt mal solang zum Bogenschießen. Da hat´s mich dann erwischt und ich bin seitdem dabei geblieben.

Das ist ja eine ganz schöne Weile.

Hattest Du da nicht mal zwischendrin genug?
Elias: Nein, überhaupt nicht! Ich bin im Lauf der Zeit stetig besser geworden und dann will man einfach immer weiter machen. Es macht halt einfach Spaß!

Wie weit willst Du denn kommen?
Elias: Eigentlich träume ich ja von der Olympiade (grinst); aber man muss realistisch bleiben – ich schau´ halt, wie weit ich komme.

Und wo stehst Du momentan?
Elias: Bei der Bayerischen Meisterschaft/olympische Disziplin in Hochbrück habe ich es auf den fünften Platz und somit ins Finale geschafft. Das ist ja schon mal nicht so schlecht.

Das heißt, Du mischt schon im oberen Viertel mit.

Wie oft trainierst Du denn dafür in der Woche?
Elias: So um die 5 bis 7 Mal; im Regionalzentrum und reguläres Training im Verein plus Extratraining und dann noch diverse Turniere und Wettkämpfe. Da kommt schon was zusammen. Wenn´s gut läuft, schaffe ich so an die 1.000 Schuss pro Woche. Die Profis machen natürlich mehr – aber Schule geht vor, sonst würde ich nix anderes machen. (lacht)

Das ist ja ein ganz schöner Aufwand!

Was macht denn Bogenschießen für Dich so besonders?
Elias: Es hat viel mit Perfektion zu tun.

Ist das bei den anderen Schießsportarten nicht auch so?
Elias: Im Vergleich ist Bogenschießen viel komplexer. Das ist die einzige Schießsportart, bei der man aus der Bewegung heraus schießt. Es reicht nicht aus, stabil zu stehen und ruhig zielen zu können. Da ist der ganze Ablauf wichtig und die Voraussetzungen sind anspruchsvoller.

Und welche sind das?
Elias: Naja, man braucht mehr Kraft, Ausdauer, Konzentration, gute Technik und natürlich gutes Material … Wille und einen langen Atem. Es ist halt immer wieder eine Herausforderung.

Und die neue Herausforderung heißt jetzt Feldbogenschießen?

Was ist denn da anders?
Elias: In einem Feldbogen-Parcours geht es bergauf bergab – das heißt, dass man sich auf jede Scheibe neu vorbereiten muss. Da gehört viel Denkarbeit dazu.

Erklär das mal!
Elias: Zum Einen sind viele Entfernungen unbekannt und müssen geschätzt werden. Und dann stehen die Scheiben halt mal ganz oben am Berg oder unter Dir und Du musst senkrecht nach unten schießen oder über `nen Weiher oder so.

Was bedeutet das für den Schützen?
Elias: Man muss wissen, wie man sich hinstellen muss, wann und wie man den Bogen vielleicht neigen muss, wenn das Ziel zum Beispiel schräg an einem Hang steht. Und dann muss man wissen, wie der Pfeilflug ist. Der verhält sich anders, wenn´s rauf oder runter geht. Da gehört auch viel Erfahrung dazu.

Du sprichst von Erfahrung – aber so lange schießt Du doch noch gar nicht Feldbogen! Wie hast Du das dann hin bekommen?
Elias: Zum Einen konnte ich viel wett machen durch die Schießtechnik, die ich mir in den letzten Jahren mit den Trainern im Verein und im Bezirks-Kader erarbeiten konnte. Da bin ich jetzt sogar in Mittenwald drauf angesprochen worden. Und dann hatte ich das Glück, dass auf der Bezirksmeisterschaft ein erfahrener Schütze in meiner Gruppe war. Der hat mir viele gute Tipps gegeben und auf einiges bin ich dann auch selber gekommen und hab einfach ausprobiert.

Dann schießt bei Euch im Verein sonst keiner Feldbogen?
Elias: Nein, wir haben hauptsächlich Schützen, die auf die olympische Disziplin trainieren. Aber ich finde, Feldbogen sollte Jeder mindestens einmal gemacht haben! Das ist auf jeden Fall `ne gute Erfahrung!  

Das war doch ein guter Schluss-Satz – Danke für das Interview! Glückwunsch und viel Erfolg und Freude weiterhin!

(Das Interview führte S. Diwisch)

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